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16Dez

Pressemitteilung: Rüstungsforschung – Universität Augsburg entscheidet über Zivilklausel

zivilklausel

Heute entscheidet die Erweiterte Universitätsleitung (EULe) der Uni Augsburg über einen Antrag der Studierenden zur Zivilklausel, der Rüstungsforschung an der Universität einschränken soll. Augsburg wäre damit die erste Hochschule in Bayern und 28te Hochschule in Deutschland, die dieses klare Bekenntnis zur zivilen Ausrichtung von Wissenschaft formuliert.

Bereits über 500  Augsburger Studierende und 38 Initiativen aus Universität, Stadtgesellschaft und überregionalen Gruppierungen fordern die Universitätsleitung in einem offenen Brief auf, ihrem Leitspruch, „Scientia et Conscientia“ – „Wissenschaft durch Verantwortung“, gerecht zu werden und sich klar gegen Rüstungsforschung zu positionieren.

Die Diskussion über eine Zivilklausel in der Friedensstadt wird bereits seit über fünf Jahren  geführt. Der mehrheitlich studentischen Initiative war lange Zeit der Weg in zur Diskussion und Abstimmung in der von Professor*innen dominierten Universitätsleitung verwehrt.

„Es war ein gewaltiger Kraftakt, was die Aktiven hier an der Uni über die letzten 5 Jahre hinweg geleistet haben. Umso glücklicher sind wir, dass die Zivilklausel nun endlich in den entscheidenden Gremien thematisiert wird.“, so Eva Lettenbauer (Sprecherin der GRÜNEN Hochschulgruppe).

Doch der Vorschlag der Antragsteller*innen geht noch weiter. „Wir möchten Transparenz über alle Drittmittelprojekte herstellen. Die Universität muss sich der Diskussion über Ethik in der Wissenschaft stellen – und zwar öffentlich und transparent!“,ergänzt Moritz Duchêne (Sprecher der GRÜNEN Hochschulgruppe).

Aktuell hat lediglich die Unileitung Überblick über die (militärischen) Projekte der Universität Augsburg. Doch insbesondere militärische Forschung unterliegt oftmals Geheimverträgen. Daher kann die Gesellschaft, eigentlich Geld- und Auftragsgeber der Universität, nicht nachvollziehen, was an öffentlichen Universitäten erforscht wird.

„Rüstungsforschung an Universitäten ist leider keine Seltenheit, wenngleich sie oft streng geheim gehalten und daher nicht bekannt wird.“, so Eva Lettenbauer weiter.

Die Forderung nach einer Zivilklausel in Augsburg ist begründet. Recherchen des NDR und der SZ haben im Jahr 2013 Forschung für das US-Militär an Sprengstoffen (LMU München) und militärische Satelitenüberwachungstechnik (Uni Bremen) aufgedeckt. Des weiteren forschen deutsche Hochschulen an Drohnenschwärmen, intelligenter Munition, Handfeuerwaffen, Funktechnologien, und Militärrobotern.

Pressekontakt:
Moritz Duchêne
Tel.: 0157 / 3937 2649
E-Mail: moritz.duchene@gj-augsburg.de

Verfasst am 16.12.2015 um 12:45 Uhr von .
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